Was ist Fasten?

Fasten ist der freiwillige Verzicht auf feste Nahrung und Genussmittel über einen begrenzten  Zeitraum. Die Gründe für Fasten sind sehr breit gefächert. Sie können religiösen Ursprungs sein oder zur Gewichtsreduktion, zur Förderung der Wahrnehmung, Erhöhung der Lebenserwartung, Verzögerung des Alterungsprozesses oder im Rahmen einer Therapie von Krankheiten.

Wo hat Fasten seinen Ursprung?

Das Fasten wurde bei den Hindus bereits vor 4000 Jahren praktiziert. Auch den alten Ägyptern war das Fasten bekannt. Der berühmte griechische Arzt Hippokrates von Kos sprach über den Verzicht von Nahrung, um gesund, kräftig und jung zu bleiben. Und auch Jesus Christus fastete vor 2000 Jahren für 40 Tage in der Wüste.

So hatte und hat auch in der Neuzeit jede Kultur ihre Fastenrituale.

In der heutigen Zeit wird nicht nur aus religiösen Gründen sondern vor allem auch aus gesundheitlichen Gründen gefastet.

Welche Methoden des Fastens gibt es?

  • Buchinger-Fasten
  • Basenfasten/Veganfasten
  • Intervall-/Autophagiefasten
  • v.m.

Im Blickwinkel auf die Gesundheit unterscheiden wir zwischen Heilfasten und Fasten für Gesunde.

Heilfasten, unter ärztlicher Begleitung, ist eine therapeutische Anwendung bei Krankheiten wie z.B. Diabetes, Bluthochdruck, Reizdarm-Syndrom, Herz- Kreislauferkrankungen, Adipositas, Krebs, Rheuma.

Fasten für Gesunde ist ein kurzzeitiges Fasten zur physischen und psychischen Entlastung.

Warum sollte ich fasten?

Zur Kräftigung des Immunsystems und Aktivierung der Selbstheilungskräfte, als Unterstützung für den Stoffwechsel und des vegetativen Nervensystems, zur Stressreduktion, um seelisches und körperliches Gleichgewicht wieder zu erlangen und um Achtsamkeit und Bewusstheit zu üben.

Wann sollte ich fasten? (Zeitpunkt)

Jede Jahreszeit eignet sich zum Fasten. Es ist jedoch zu bedenken, dass der Fastende schneller ins Frieren kommt, da der Körper versucht Energie zu sparen.

Während einer beruflichen oder familiären Stressphase ist das Fasten ungeeignet. Der Fastende benötigt die Möglichkeit des Rückzuges.

Wer darf fasten?

Jeder gesunde Erwachsene.

Wer darf nicht fasten?

Kinder und Jugendliche

Schwangere und stillende Mütter

Menschen mit Essstörungen

Menschen ab 70 Jahre, die noch nie gefastet haben – nur nach Rücksprache mit dem Arzt

Menschen mit Vorerkrankungen und regelmäßiger Einnahme von Medikamenten – nur nach Rücksprache mit dem Arzt

Ist Fasten eine Diät?

Nein.

Bei einer Diät steht die „Gewichtsabnahme, so schnell wie möglich“ im Fokus. Schnelle Gewichtsabnahme ohne Änderung der Ernährungsgewohnheiten führt oft nach Beendigung der Nahrungsreduktion zum sogenannten Jojo-Effekt.

Fastende setzen sich intensiver mit Ernährung, Gesundheit und Bewegung auseinander. Fasten ist oft ausschlaggebend für ein Umdenken und somit ein leichterer Einstieg in eine dauerhaft gesunde Ernährungs- und Lebensweise.

Der Körper schaltet auf Fastenstoffwechsel um, eine evolutionär bedingte physiologische Fähigkeit bei Menschen und Tieren.

Ist Fasten gesund?

Ja.

Fasten senkt einen hohen Blutdruck sowie den Zucker- und Cholesterinspiegel. Der Stoffwechsel wird entlastet, das vegetative Nervensystem findet zurück zum natürlichen Rhythmus. Der Darm wird von Rückständen und abgestorbenem Zellmaterial befreit. Die Darmflora, wichtig für unser Immunsystem, kann sich durch das Fasten erholen.

Gibt es beim Fasten den Jojo-Effekt?

Wird nach Saft/Suppe-Tagen (beim Buchingerfasten) ein langsamer, kontrollierter und konsequenter Aufbau der Ernährung berücksichtigt gibt es keinen Jojo-Effekt.

Darf ich fasten, wenn ich Medikamente nehme?

Ja, jedoch nach Rücksprache mit dem Arzt.

Benötige ich medizinische Betreuung oder kann ich alleine fasten?

Gesunde Erwachsene können alleine fasten. Jedoch ist besonders beim erstmaligen Fasten zu empfehlen sich von einem Fastenleiter professionell begleiten zu lassen, um alle Aspekte zu berücksichtigen und maximal davon zu profitieren.

Was darf ich essen und trinken während des Fastens?

Das Buchinger-Fasten empfiehlt Säfte und klare Suppen. Trinken Sie Tee und Zitronenwasser sowie 3 – 4 Liter stilles Wasser pro Tag.

Werde ich Hunger haben?

Wird das Buchinger-Saft-Fasten richtig durchgeführt gibt es kein Hungergefühl.

Der Stoffwechsel stellt sich auf einen eigenen Fastenstoffwechsel um. Damit versorgt sich der Körper selbst. Der Verdauungstrakt ist in einer Art „Schlaf- und Erholungsmodus“ und somit entsteht kein Hungergefühl.

Sollte es anfangs doch zu einem kleinen Hungergefühl kommen, dann kann durch heißes Ingwerwasser, in kleinen Schlucken getrunken, der Magen beruhigt werden.

Wie lange darf ich fasten?

Für Gesunde, die nicht aus therapeutischen Gründen fasten, haben sich 1 – 2 Fastenwochen bewährt.

Bei Kranken, die das Fasten als Therapie anwenden, wird unter ärztlicher Beobachtung, je nach Ausgangslage eine Dauer von mindestens 3 Wochen erforderlich sein.

Wieviel verliere ich an Gewicht?

Der tägliche Gewichtsverlust beträgt zwischen 200 bis 700 Gramm. Männer verlieren mehr Gewicht als Frauen. Daran ist hauptsächlich der Flüssigkeitsverlust beteiligt, der die ersten Tage sehr schnell das Gewicht sinken lässt.

Was sind Schlacken?

In der Schulmedizin gibt es den Begriff „Schlacke“ nicht. Als Dr. Otto Buchinger 1935 den Begriff „entschlacken“ im Zusammenhang mit der Fastentherapie verwendete, war den Menschen der damaligen Zeit das Wort „Schlacke“ als Bezeichnung für die unverbrannten Rückstände der damals üblichen Kohleöfen vertraut. So blieb der bildhafte Vergleich mit dem rußenden Ofen als Sinnbild für das Entfernen von Überflüssigen, Störendem, Schädlichen im menschlichen Körper erhalten.

Wer sich bereits einer gründlichen Darmreinigung unterzogen hat, weiß warum Dr. Buchinger diesen Vergleich verwendete, denn die Schlacken des Körpers (zumindest jene aus dem Verdauungstrakt, teilweise tiefschwarze „Materialien“) ähneln denjenigen aus den Hochöfen der Metallindustrie.

So mancher Fastende konnte sich auch schon von mentalen „Schlacken“ befreien. Unverarbeitete Erlebnisse, alter Groll, Ängste und vieles mehr werden beim Fasten losgelassen.

Ist mein Körper während des Fastens übersäuert?

Wird während des Fastens beispielsweise der Urin getestet wird ein deutlich saurerer Urin festgestellt werden. Ein Zeichen dafür, dass der Körper Säuren über die Nieren ausscheidet.

Wichtig ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eventuell Unterstützung durch Zufuhr von Basen.

Wie beginne ich das Fasten? Wie bereite ich mich vor?

Ein paar Tage vor dem Fastenbeginn sollte der Genussmittelkonsum (Kaffee, Alkohol, Nikotin) reduziert werden. Einige Tage basische Ernährung oder einen Entlastungstag mit Kartoffeln oder Reis sind eine gute Vorbereitung.

Wie halte ich durch?

Fasten in einer Gruppe mit einer kompetenten und empathischen Fastenleiterin motiviert. Da gibt niemand auf!

Darf ich während des Fastens Kaffee trinken?

Nein! Kaffee ist ein Genussmittel, das die natürliche Regulierung von Sympathikus und Parasympathikus behindert.  Der Magen-Darm-Trakt wird u. a. durch die Röststoffe gereizt. Der Kaffee ist Säurebildner und wirkt harntreibend.

Benötige ich eine Darmspülung?

Beim Buchinger-Fasten muss der Darm geleert werden. Je leerer der Verdauungstrakt ist, umso leichter fällt das Fasten, da kein Hungergefühl vorhanden ist.

Habe ich Stimmungsschwankungen während des Fastens?

Natürlich kann es zu Stimmungsschwankungen kommen. Beim Wohnungsputzen haben wir auch nicht nur Glücksgefühle. Jedoch wer mit dem Wohnungsputz fertig ist, klopft sich auf die Schulter und freut sich. So kann es uns ergehen, wenn wir unseren Körper und unseren Geist reinigen.

Was ist eine Fastenkrise?

Eine Fastenkrise ist eine Reaktion des Körpers auf die Entgiftungsprozesse, wird auch Heilungskrise genannt – verbunden eventuell mit Stimmungsschwankungen, manchmal Kopfschmerzen oder Kreislaufproblemen. Aber nach spätestens 1 Tag ist die Krise vorüber.

Werde ich mich während des Fastens schwach fühlen?

Kreislaufprobleme können schwächen, jedoch dagegen kann man genug tun, wie z.B. eine Wanderung im Grünen, ein Tagebuch schreiben oder ein Buch lesen.

Ist das Fasten während der Berufstätigkeit sinnvoll?

Fasten kann sehr wohl berufsbegleitend praktiziert werden. Während einer beruflichen Stressphase ist Fasten allerdings nicht sinnvoll.

Welchen Sport darf ich ausüben?

Prinzipiell darf jeder den Sport ausüben, den er auch ohne Fasten ausübt. Zu empfehlen sind Ausdauersportarten wie Wandern, Walken, Schwimmen, sanfte Yogaübungen, Bogenschießen.

Werden Muskeln während des Fastens abgebaut?

Durch die Umstellung auf den Fastenstoffwechsel, bei dem sich der Körper selbst versorgt, greift er auf Eiweißreserven zurück. Wird jedoch durch Bewegung/Sport dem Gehirn signalisiert, dass die Muskeln benötigt werden, greift der Körper auf seine Fettreserven zurück.

Benötige ich zusätzliche Vitamin- und Mineralstoffe während des Fastens?

Bei einem gesunden Fastenden ist kein Vitamin- und Mineralstoffmangel zu befürchten. Durch die Gemüse- und Obst-Säfte, die beim Buchinger-Fasten vorgesehen sind, werden dem Körper eine Vielzahl von Vitaminen und Mineralien zugeführt.

Wie wichtig ist Entspannung während des Fastens?

Entspannung ist beim Fasten sehr wichtig. Ein entspannendes Bad, ein Buch lesen, Ruhe für Körper und Geist finden.

Was ist das Fastenbrechen?

Die erste Mahlzeit nach dem Fasten.